Die Gründung der Jugendfeuerwehr Rauenberg im Jahr 1969 stellte eine wichtige Weiche für die Nachwuchsgewinnung in der Freiwilligen Feuerwehr Rauenberg. Kommandant Karl Eisenlohr und Horst Spannagel setzten sich engagiert dafür ein, Jugendliche frühzeitig an die Aufgaben der Feuerwehr heranzuführen und so den Mitgliederbestand zu sichern. Mit Überzeugungskraft, kreativen Ideen und viel Improvisation gelang es ihnen, bald eine Gruppe begeisterter Jugendlicher zu gewinnen. Anfangs waren es vor allem Kinder von Feuerwehrleuten und deren Bekannten, doch schnell sprach sich herum, dass die Jugendarbeit in der Feuerwehr eine spannende und sinnvolle Freizeitbeschäftigung darstellt. Besondere Unterstützung erhielt die Jugendfeuerwehr von der Grund- und Hauptschule, insbesondere von der damaligen Rektorin Antonia Sautner.
Der Anfang war jedoch nicht leicht.
Es fehlten Vorgaben und Unterstützung auf Kreis- und Landesebene, da sich die Verbände erst in den 1970er-Jahren zusammenschlossen. Ohne Ausbildungspläne, einheitliche Uniformen, gezielte Finanzierung oder Zuschüsse war viel „Mut zur Lücke“ gefragt. Auch eine spezielle Ausbildung für Jugendfeuerwehrwarte war noch nicht vorgesehen. Nach und nach wurden Konzepte für eine sinnvolle Freizeitgestaltung entwickelt. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung, die einen hohen Stellenwert hatte, standen auch Spielenachmittage und Zeltlager auf dem Programm. Fahrten führten beispielsweise nach Bad Urach im Schwarzwald. Horst Spannagel absolvierte die notwendigen Lehrgänge und war einer der erfahrensten Teilnehmer. Ihm ist es zu verdanken, dass die Jugendarbeit in Rauenberg vorangebracht und über die Ortsgrenzen hinaus bekannt wurde. Zusammen mit der Feuerwehr Dielheim formte er eine schlagkräftige Gruppe, die erfolgreich die Leistungsspange absolvierte – daran nahmen auch Mädchen teil. Spannagel war 17 Jahre lang Jugendfeuerwehrwart, bis er das Amt 1986 an Ulrich Stier übergab. Nach seinem Tod im Jahr 1996 wird sein Andenken in Ehren bewahrt.
Während der Amtszeit von Ulrich Stier waren bereits Strukturen geschaffen, sodass auf Richtlinien der Verbände zurückgegriffen werden konnte. Die Jugendfeuerwehr stellte sich der Herausforderung, am Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr auf Kreis- und Landesebene teilzunehmen. 1988 erreichte sie beim Kreisentscheid in Walldorf eine gute Platzierung und qualifizierte sich für den Landesentscheid in Ettlingen. Der Wettbewerbsgedanke entwickelte sich weiter und die Jugendfeuerwehr nahm immer häufiger an Spielewettkämpfen der Nachbarwehren teil. Am eigenen Tag der offenen Tür wurde regelmäßig der Wettbewerb „Spiele ohne Grenzen“ für Jugendfeuerwehren ausgerichtet.
1994 feierte die Jugendfeuerwehr Rauenberg ihr 25-jähriges Bestehen.
Die traditionellen Lagerfahrten wurden wie gewohnt fortgeführt, unter anderem nach Widdern, Muggensturm und Steinmauern. 1996 übernahm Rainer Stephan die Jugendarbeit, bevor er sie 1999 an Jochen Spannagel weitergab. 2001 kehrte Ulrich Stier als Jugendwart zurück. 2007 wurde Gregor Wipfler Jugendwart. 2009 feierte die Jugendfeuerwehr mit einem Festbankett und einem Spieletag für Jugendfeuerwehren ihr 40-jähriges Jubiläum. Dank zahlreicher Neuzugänge konnte 2010 erneut eine Gruppe an der Leistungsspange teilnehmen. 2011, nach 23 Jahren, nahm die Jugendfeuerwehr wieder mit einer eigenen Gruppe am Landesentscheid des Bundeswettbewerbs in Pfullingen teil. Zudem war sie Teil des Weltrekords „Die längste Eimerkette der Welt“, der im Guinness-Buch der Rekorde verewigt wurde.
Als neue Jahresveranstaltung wurden die 24-Stunden-Übungen, auch Berufsfeuerwehrtage genannt, ins Leben gerufen, die bis heute ein fester Bestandteil des Übungsplans sind. 2013 wurde Fabian Ronellenfitsch Jugendwart. Mit neuen Ideen passte er die Jugendarbeit dem veränderten Freizeitverhalten der Jugendlichen an. 2014 nahm wieder eine Gruppe aus Rauenberg an der Leistungsspange teil. Die Zeltlager wurden gemeinsam mit Nachbarwehren durchgeführt, etwa 2017 im Schwarzwald anlässlich des Jubiläums der Jugendfeuerwehr Wiesloch. Die Corona-Pandemie 2020 brachte große Herausforderungen mit sich, und der Übungsbetrieb kam nahezu zum Erliegen. Dank kreativer Konzepte gelang es der Jugendführung jedoch, die Mitglieder zu motivieren und den Mitgliederstand zu halten. Von 2022 bis 2024 übernahm Manuel Kern die Leitung der Jugendarbeit. Heute steht Laura Heger an der Spitze der Jugendfeuerwehr. Sie trat aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung über und blieb der Jugendarbeit treu. Ihr Engagement machte sie zur idealen Wahl als Jugendfeuerwehrwartin. Unterstützung erhält sie von den Jugendgruppenleitern Massimo Agrillo, Maurice Becker, Sven Kresse und Niklas Stephan.
Ein Highlight im Jahre 2024 war die Gründung der Kinderfeuerwehr „Die Löschdrachen“. Dies war ein wichtiger Schritt, um schon früh Kinder für die Feuerwehr zu begeistern. Jessica Baunach, Daniela Wipfler und Maurice Becker übernahmen die ehrenvolle Aufgabe als Betreuer. Die Kinderfeuerwehr Rauenberg ist eine Erfolgsgeschichte, die sicherlich noch lange andauern wird. Das Konzept der Kinderfeuerwehr wurde von Sven Kresse erarbeitet. Heutzutage zeigt sich deutlich, dass die Jugendarbeit einem schnellen Wandel unterliegt und die Wechsel in der Jugendführung häufiger geworden sind als früher. Dennoch haben alle Beteiligten ihre Aufgaben stets mit großer Freude übernommen und sind auch heute noch stolz auf das, was die Jugendfeuerwehr Rauenberg erreicht hat und weiterhin erreichen wird.
Die Jugendfeuerwehr trifft sich jeden Dienstag, außerhalb der Schulferien, um mit den Kindern und Jugendlichen die verschiedenen Aufgaben der Feuerwehr zu üben: Beispielsweise einen Löschangriff aufzubauen, Löschwasser zu entnehmen, Personen aus einem Fahrzeug zu retten oder auch Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen. Um die Gemeinschaft zu binden, wird jedes Jahr ein gemeinsames Zeltlager und eine Übernachtung im Feuerwehrhaus durchgeführt. Dabei wird der Teamgeist und gegenseitige Unterstützung gefördert. Ein Berufsfeuerwehrtag darf auch nicht fehlen, hier können die Kinder und Jugendlichen, in mehreren vorbereiteten Einsatzszenarien, das Gelernte anwenden und zeigen, was sie draufhaben. Ausflüge finden ebenfalls statt, so werden regelmäßig andere Feuerwehren oder Freizeitparks besucht.
Freiwillige Feuerwehr Rauenberg